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Bürger für eine gentechnikfreie Landwirtschaft in der Kurpfalz

Letzte Änderung:
27.8.2017

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Genmaisanbau in Ladenburg und Walldorf schon seit 1998

Pressemitteilung von Hans-Ulrich Sckerl, MdL vom 23.11.2006

Grüne: Langsam wird das ganze Ausmaß der heimlichen Genmais-Versuche deutlich

Sckerl: 32 Versuche in Ladenburg und Walldorf unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Rhein-Neckar. „Die heimlichen Genmaisversuche im Rhein-Neckar-Kreis sind viel umfangreicher als das baden-württembergische Landwirtschaftsministerium bisher zugegeben hat. Wir fordern jetzt mit allem Nachdruck die vollständige und lückenlose Information der Öffentlichkeit“, sagte der Grünen-MdL Uli Sckerl angesichts neuer Enthüllungen. Sckerl legte am Donnerstag eine Liste aus dem Bundessortenamt vor, aus der alle Versuche im Einzelnen hervorgehen. Neben Ladenburg sei Walldorf Versuchsstandort gewesen. Aus der Liste ergebe sich, dass allein in Ladenburg zwischen 1998 und 2006 26 Versuche stattgefunden haben. In allen Fällen sei Genmais angebaut worden. In 17 Fällen handle es sich um die besonders umstrittene Sorte „MON 810“, bei 7 Versuchen sei die Sorte „Bt 176“ zur Anwendung gekommen. Die ersten Versuche haben danach bereits 1998 stattgefunden. Für das laufende Jahr dokumentiere das Bundessortenamt 10 Versuche. Das allerdings ruft den Grünen-Abgeordneten besonders auf den Plan: „Im Standortregister waren für 2006 2 Freilandversuche in Ladenburg angemeldet. Der Landwirtschaftsminister muss erklären, wieso dann 10 Versuche stattfinden konnten“. Aus der Liste werde weiter die Verantwortung für die 26 Versuche deutlich: 7 seien vom Land direkt veranlasst worden, die restlichen von der Fa. „AGROMAIS“. Die aber habe das Land zuvor genehmigen müssen. Neben Ladenburg haben Versuche auch in Walldorf stattgefunden. Sckerl spricht von 6 Versuchen zwischen 1998 und 2000 in der Astorstadt, ebenfalls mit den Genmais- Sorten „MON 810“ und Bt 176“. Die Versuche seien von der Fa. „KWS Saat“ veranlasst du vom Land genehmigt worden. Angesichts der Massivität der Versuche halten die Grünen die Verharmlosungstaktik der Landesregierung für gescheitert. „Den Bekundungen aus Stuttgart, Auskreuzungen seien in jedem Falle verhindert worden, glauben wir nicht“, so Sckerl. Man wisse z.B., dass die GVO-veränderten Pflanzen allesamt nicht sicher vernichtet, sondern untergepflügt wurden. Bis zu 9 Jahre lang seien Landwirte, Gemeinden und Bürger an der Nase herumgeführt worden. Es sei unerträglich, dass Landwirten im konventionellen und Öko-Landbau diese heimlichen Versuche zugemutet wurden. Dass Gemeinden und Bürgermeister nicht wüssten, was auf ihrer Gemarkung stattfindet, werfe ein besonderes Bild auf die Glaubwürdigkeit der baden-württembergischen Landwirtschaftspolitik. „Der Landwirtschaftsminister ist gut beraten, sich jetzt umgehend in Ladenburg und Walldorf der öffentlichen Diskussion zu stellen“, so Sckerl abschließend. Keine Frage ist für ihn, dass die Landtagsgrünen im Parlament lückenlose Aufklärung fordern.

Und hier ist sie, die Liste der Anbauversuche.

Briefwechsel zwischen Uli Sckerl und Minister Hauk

Brief von Uli Sckerl
Antwort von Minister Hauk

Offener Brief an Minister Hauk

In einem offenen Brief an den Minister für Ernährung und ländlichen Raum, Peter Hauk, vom 29. November 2006 baten die Bürger für eine gentechnikfreie Landwirtschaft in der Kurpfalz um die Beantwortung folgender Fragen:

  1. Auf welcher gesetzlichen Grundlage fanden diese Versuche statt?
  2. Welche der genannten Versuche fanden auf Flächen auf öffentlichen Hand, welche auf privaten Flächen statt (bitte flurstückgenaue Angaben)?<
  3. Um welches GVO-Konstrukt handelt es sich bei T 25, das auf zwei Versuchsflächen 1999 und 2000 ausgesät wurde?
  4. Welche Abstandflächen zu konventionellem Mais wurden bei den Versuchen eingehalten, hat es Pollenbarrieren gegeben?
  5. Warum wurden die im Umkreis wirtschaftenden Landwirte und Bio-Betriebe nicht über diese Versuche informiert?
  6. Wer hat die Versuche durchgeführt? Welche Rolle hat das Landwirtschaftsministerium und nachgeordnete Behörden dabei jeweils gespielt?
  7. Welche Ergebnisse aus den bisher geheimgehaltenen Versuchen in Ladenburg liegen Ihrem Ministerium vor? Wann werden diese der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt?
  8. Können Sie nachweislich ausschließen, dass eine Kontamination benachbarter Felder stattgefunden hat? Wurden die Böden auf BT-Toxin-Belastung vor und nach dem Anbau mit genverändertem Mais untersucht?
  9. Wie sind die bei den Versuchen eingesetzten GVO-Pflanzen verwertet worden? Unterlagen sie irgendwelchen Verwertungsbeschränkungen?
  10. Wer war von den Versuchen im voraus informiert? Warum wurde die Stadt Ladenburg nicht informiert? Hatte das zuständige Landratsamt Kenntnis?

Außerdem wurde der Minister eingeladen, im Dezember nach Ladenburg zu kommen, um dort Stellung zu den geheimen Genversuchen zu nehmen.

Hier gibt es den Brief im Wortlaut.