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Bürger für eine gentechnikfreie Landwirtschaft in der Kurpfalz

Letzte Änderung:
4.9.2018

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Was ist grüne Gentechnik?

Grüne Gentechnik bezeichnet die Anwendung gentechnologischer Verfahren in der Pflanzenzüchtung und die Nutzung gentechnisch veränderter Pflanzen in der Landwirtschaft und im Lebensmittelsektor. Meist soll eine Resistenz gegen Herbizide oder Schädlinge erreicht werden, z.B. durch den Einbau des Bacillus thuringiensis -Toxins in eine Pflanze. Der in Ladenburg ausgesäte Mais produziert das Gift dann eigenständig, so soll der Einsatz von Pestiziden verringert werden.

Bacillus thuringiensis-Toxin (Bt)

In seiner natürlichen Form wird Bt schon seit den 50er Jahren auch in der biologischen Landwirtschaft eingesetzt. Das kontrolliert eingesetzte Spray tötet Schädlinge, ohne dabei Nicht-Ziel-Insekten oder andere wild lebende Tiere zu beeinträchtigen. Das bakterielle Protoxin ist hier inaktiv und wird erst im Darm der Insektenlarven bestimmter Zielspezies wirksam.

Insektenresistente Bt-Pflanzen bilden in allen Pflanzenteilen ein künstliches, verkürztes Bt-Gen, das ein weniger selektives Toxin bildet. So können außer den Schädlingen für die es gedacht ist, auch Nützlinge getötet werden.

Bt gilt aufgrund seiner Sicherheit und Wirksamkeit wohl als das bedeutendste bislang entdeckte Insektizid. Durch die permanente Freisetzung des Toxins bilden sich Resistenzen gegen seine Wirkung aus, so dass die Landwirte ein wichtiges Instrument zur Schädlingskontrolle verlieren.

Risiken der Gentechnologie

Entgegen der häufig vertretenen Meinung, die Risiken der grünen Gentechnik seien hinreichend erforscht und quasi nicht existent, findet man auch vielfältige anders lautende Publikationen. So warnt die EU-Kommission:

  • die Folgen des Anbaus von insektenresistentem Mais für Nicht-Zielinsekten und für Bodenlebewesen seien unbekannt,
  • Langzeituntersuchungen an Tieren fehlten und
  • Langzeitschäden bei Menschen könnten nicht ausgeschlossen werden.

Die unkontrollierte Ausbreitung der genetisch veränderten Pflanzen ließ schon vielerorts zweifeln, dass ein Nebeneinander von ökologischer, konventioneller und gentechnologischer Landwirtschaft möglich ist.

Zahlreiche andere Studien beschreiben die negativen Einflüsse gerade auch von MON 810 (dem Bt-Mais, der auch hier in Ladenburg auf zwei Versuchsflächen angebaut wird) auf Raupen geschützter Schmetterlinge wie z.B. Tagpfauenauge oder Schwalbenschwanz, auf Bienen, Regenwürmer sowie eine Reihe weiterer Nützlinge.

Den Hunger in der Welt durch grüne Gentechnik stoppen?

Oft wird argumentiert, dass nur mit Hilfe der grünen Gentechnik die Nahrungs-mittelversorgung der wachsenden Weltbevölkerung auf Dauer sichergestellt werden könne.

Große entwicklungspolitische Organisationen wie Brot für die Welt oder Christian Aid jedoch sehen diese Technologie als eine Fehlentwicklung, die Hunger und Armut noch weiter verschärft.

Auf den GVO’s lasten von Gen über Saatgut bis hin zur ganzen Pflanze zahlreiche Patente, die es den Agrochemiekonzernen erlauben, den Nachbau, d.h. die Aussaat gewonnenen Saatgutes zu kontrollieren. Auf die Hauptnahrungspflanzen Reis, Mais, Weizen, Soja und Sorghum-Getreide wurden bereits ca. 1000 Patente erteilt.

Vor jeder Aussaat muss das gesamte Saatgut von den Agrarkonzernen erworben werden. Traditionelle Landwirtschaftsformen mit Saatgutgewinnung und –handel aus der eigenen Ernte, wie in den südlichen Ländern in ca. 80% üblich, werden so unmöglich gemacht.

Ernährungskrisen haben auch nie etwas mit Nahrungsmittelknappheit zu tun. Es herrscht weltweit sogar eine deutliche Überproduktion. Nach Aussagen der FAL könnte die Weltbevölkerung sogar problemlos nach Ökostandards ernährt werden. Zeitweise auftretende Hungerprobleme haben ihre Ursache in der weltweit ungerechten Verteilung von Ressourcen. Viele Bauern produzieren unter erbärmlichsten Bedingungen allein Nahrungsmittel für den eigenen Verzehr, da sie keinen Zugang zu bezahlter Arbeitsplätzen finden. Ohne jegliche finanzielle Mittel sind sie nicht in der Lage, bspw. wegen Regenmangel auftretende Ernteausfälle durch Zukäufe aufzufangen. Da GVO-Material auch nicht kostenlos zu beziehen sondern eher teurer sein wird, trägt die Grüne Technik nicht zur Lösung bei.

GVO der zweiten und dritten Generation

Weizen mit integrierten Omega-3-Fettsäuren? Kaffee ohne Koffein, Kartoffeln mit Choleragenen und die Lösung der Energieprobleme der Zukunft?

Solche und viele andere Produkte, die nicht nur den Landwirten, sondern endlich auch dem Verbraucher die Attraktivität der grünen Gentechnik verlockend erscheinen lassen sollen, werden seit Jahren angekündigt, um die Akzeptanz dieser Technologie zu erhöhen. Einschneidende Einflüsse auf benachbarte Ökosysteme werden dabei entschieden bestritten.

Die Agrochemiekonzerne versuchen so, neue Begehrlichkeiten zu wecken und unsere Umwelt nach ihren marktpolitischen Vorstellungen zu designen. Die Risiken sind dabei bei Weitem nicht ausreichend erforscht, viele Fragen sind noch offen.

Eine Freisetzung gentechnisch veränderter Organismen darf daher nicht erfolgen, solange diese Fragen nicht durch unabhängige Studien in Langzeituntersuchungen abschließend geklärt sind.

Grundlagen grüner Gentechnik

Auf der Trendmesse in Heidelberg am 18.11.2006 hat Christoph Naumann einen Vortrag über die Grundlagen grüner Gentechnik gehalten. Die Folien zu diesem Vortag gibt es hier als PDF-Datei (Größe 4.7 MB).