Willkommen bei BürGenLand

Bürger für eine gentechnikfreie Landwirtschaft in der Kurpfalz

Letzte Änderung:
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28.9.2010 Mannheimer Morgen Eis aus Ziegenmilch schmeckt trotzdem
27.9.2010 Rhein-Neckar-Zeitung Von Ziegenmilch-Eis bis Champagner-Seife
9.7.2010 TAZ Anschlag auf Amflora
10.9.2009 n-tv Gen-Schwindel aufgedeckt
15.6.2009 Bernd Murschel MON NK603 im Saatgut
13.6.2009 Rhein-Neckar-Zeitung Die Wachmänner müssen bezahlen
11.6.2009 Stuttgarter Zeitung Zwei Wachleute verurteilt
19.5.2009 TAZ Illegaler Mais darf wachsen
16.5.2009 Rhein-Neckar-Zeitung „Ich habe vielleicht ein oder zwei geschubst“
12.5.2009 Rhein-Neckar-Zeitung Gegen Gentechnik und für regionale Produkte
5.5.2009 Tagesschau Monsanto scheitert mit Klage gegen Genmais-Verbot
16.4.2009 Rhein-Neckar-Zeitung Vorerst kein Genmais mehr in Ladenburg
16.4.2008 Mannheimer Morgen Keine Genmais-Versuche bei Ladenburg
15.4.2009 Rhein-Neckar-Zeitung Bleibt der Ladenburger Genmais ungesät?
7.4.2009 BürGenLand Presseerklärung zum Genmais-Versuchsfeld in Ladenburg
9.3.2009 Verbraucher Kommission BaWü ... Anbau kann nicht empfohlen werden
21.2.2009 Rhein-Neckar-Zeitung Endgültiges Aus für Genmais?
20.2.2009 Rhein-Neckar-Zeitung Hauk rät Bauern von Genmais ab
19.2.2009 BUND Baden-Württemberg Landesregierung stoppt Gentechnikversuche
18.2.2009 Tagesschau Aigner prüft Genmais-Verbot
22.1.2009 Verbraucher Kommission BaWü ... Anbau kann nicht empfohlen werden
22.1.2009 Rhein-Neckar-Zeitung Wird auch 2009 mit Gen-Mais experimentiert?
21.1.2009 BUND Rhein-Neckar-Odenwald BUND kritisiert Land Baden-Württemberg
2.10.2008 TAZ Honig wird zu Sondermüll
30.9.2008 SWR Protest gegen Gen-Mais-Versuchsfelder
29.9.2008 Mannheimer Morgen „Es gefällt uns ausgesprochen gut hier“
29.9.2008 Rhein-Neckar-Zeitung Mit „Rotkäppchen“ Tomatenlust geweckt
12.9.2008 Stuttgarter Zeitung Prosecco für die Bewacher des Genmaisfelds
9.9.2008 Weinheimer Nachrichten Genmais: 300 Bürger demonstrieren ...
9.9.2008 Mannheimer Morgen Gelbe Ballons symbolisieren Pollenflug
8.9.2008 Rhein-Neckar-Zeitung Eklat am Rande des Maisfelds
8.9.2008 Mannheimer Morgen Polizei greift bei Demo ein
5.9.2008 Rheinpfalz Versuche mit Gen-Mais erhitzen die Gemüter
2.9.2008 Mannheimer Morgen Grünen-Fraktionschef Kuhn spaziert mit „BürGenLand“
30.8.2008 BürGenLand Viele Risiken – kein Nutzen!
26.8.2008 Rhein-Neckar-Zeitung Umweltschützer wollen Genmais die Stirn bieten
24.8.2008 BürGenLand Die von Landwirtschaftsminister Hauk propagierte ...
21.8.2008 Weinheimer Nachrichten Wildwest-Zustände toleriert
21.8.2008 Rhein-Neckar-Zeitung „Wildwest-Zustände geduldet“
21.8.2008 Mannheimer Morgen Streit um Genmais und Bewachung geht weiter
6.8.2008 indymedia Maisstengelkürzer im Genmaisfeld in Neubotzheim
9.7.2008 Weinheimer Nachrichten Russen bewachen die Anlage / Genmaisversuch
9.7.2008 Rhein-Neckar-Zeitung Genmaisfeld wird bewacht
9.7.2008 Mannheimer Morgen Genmais wird jetzt bewacht
8.7.2008 Rhein-Neckar-Zeitung „Weder auf Teller noch auf Acker“
4.6.2008 Rhein-Neckar-Zeitung Druck auf Genmaisversuche wächst stetig
3.6.2008 Weinheimer Nachrichten Kritiker lassen nicht locker / Genversuche
7.5.2008 Mannheimer Morgen Demo für Maisanbau ohne Gentechnik
2.5.2008 Ladenburger Zeitung BürGenLand - Film-Matinee
2.5.2008 Ladenburger Zeitung Protestaktion gegen den Genmais-Anbau in Neubotzheim
28.1.2008 BürGenLand Pressemitteilung zum neuen Gentechnikgesetz
20.1.2008 Uli Sckerl Pressemitteilung von Uli Sckerl
18.7.2007 Mannheimer Morgen "In der freien Umwelt hat Gentechnik nichts verloren"

 

Stuttgarter Zeitung, Donnerstag 11. Juni 2009

Brutaler Wachdienst am Genmaisfeld

Zwei Wachleute verurteilt

WEINHEIM. Ein Jahr nach dem umstrittenen Genmaisanbau in Ladenburg hat das Amtsgericht Weinheim zwei Männer verurteilt, die das Versuchsfeld damals bewacht haben. Die Sicherheitskräfte hatten einen Fotografen verletzt und Demonstranten genötigt.

Von Johanna Eberhardt

"Das ist ein Hammer und dürfte einzigartig in der Geschichte der Genmaisversuche in Baden-Württemberg sein", hatte Uli Sckerl, der Weinheimer Landtagsabgeordnete der Grünen vor einem Jahr nach einem Zwischenfall bei einer offiziellen Protestkundgebung vor dem Ladenburger Genmaisfeld geschimpft. Die Szenerie dort habe "an einen miesen Wildwestfilm erinnert", erklärte er, nachdem sich bei der Demonstration an einem Sonntagnachmittag zwei Wachleute den Teilnehmern mit Teleskopschlagstöcken entgegengestellt hatten. Einem Pressefotograf hatten die Wachleute die Kamera aus den Händen geschlagen. Sie hätten für den Ernstfall auch Pistolen und Blendgranaten in ihrem Wohnwagen, erklärten sie den Teilnehmer an der Spitze des Zuges, woraufhin die Demonstranten den Rückzug antraten.

Nach einer Strafanzeige des Ladenburger BUND-Vorsitzenden Lothar Spangenberg und des Fotografen der "Rhein-Neckar-Zeitung" hatte die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben. Nach einer zweitägigen Verhandlung hat das Amtsgericht Weinheim jetzt beide Männer wegen gemeinschaftlicher Nötigung und einen von ihnen zusätzlich wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung zu Geldstrafen von 50 und 120 Tagessätzen verurteilt. Die beiden haben unzulässigerweise versucht, eine genehmigte Demonstration zu verhindern, die eindeutig auf öffentlichem Gelände stattgefunden habe, stellte der Richter fest. Zudem haben sie den Fotografen verletzt, als sie ihm die Kamera aus der Hand geschlagen haben. Für ihr Eingreifen habe es "keinerlei Rechtfertigung gegeben".

Einer der beiden Wachleute sei bereits wegen gefährlicher Körperverletzung vorbestraft gewesen, stellte der Richter fest. Offensichtlich habe die Firma, die den Genmais angepflanzt habe, einen Wachdienst beauftragt, der über wenig Fingerspitzengefühl für die ihm übertragene Aufgabe verfüge. Das Landwirtschaftsministerium in Stuttgart, das den Anbau des Genmaises Monsanto 810-6 im Auftrag des Bundessortenamtes angeordnet hatte, wies vor einem Jahr jede Kritik an der Art der Bewachung zurück.

 

Presseerklärung von BürGenLand zum Genmais-Versuchsfeld in Ladenburg

Schluss mit der Gentechnik-Diktatur aus Berlin und Stuttgart!

Auch dieses Jahr soll in Ladenburg die höchst umstrittene Genmaissorte Mon 810-6 ausgesät werden. Mon 810 produziert ein Gift gegen Schmetterlingslarven, darunter auch den Maiszünsler, der in Monokulturen zu Ertragseinbussen führen kann. Dieses auch kurz Bt genannte Gift ist allerdings auch für Nützlinge, Boden-und Wasserlebewesen und andere sogenannte „Nichtziel-Organismen“ schädlich und reichert sich im Boden an. Außerdem wissen wir heute, dass das Gift von den Pflanzen in sehr unterschiedlichen Dosen produziert wird und seine gentechnische Variante auch nicht auf die gleiche Art wirkt wie das Original. Die Wirkungen auf das Naturgefüge sind nicht kalkulierbar und auch hier gilt der Grundsatz:
Ein einmal ausgesetztes Gentechnik-Konstrukt ist nicht mehr rückholbar!

In den letzten Jahren häufen sich die Zweifel an der Agrargentechnik, die von grossen Konzernen aus rein wirtschaftlichem Interesse vorangetrieben wird. Neueste Fütterungsstudien der Universitäten Wien und Rom zeigen erhebliche Störungen der Fertilität und im Immun-system der Versuchstiere. Auch das Bundesamt für Naturschutz(BfN, eine Bundesbehörde) hat sich jüngst sehr kritisch zur Gentechnik geäussert. „Der Anbau transgener Pflanzen ist hoch umstritten und ein nachhaltiger Nutzen ist bisher nicht nachgewiesen. Aus ökologischer und naturschutzfachlicher Sicht ist grösste Zurückhaltung geboten,“ sagt die Präsidentin des BfN, Prof. Dr. Beate Jessel.

Der “Schadensbericht Gentechnik“ zeigt eindringlich, dass Landwirte beim Einsatz von GVO`s neben dem Haftpflichtrisiko mit steigenden Kosten rechnen müssen. Die ständig wiederholte Behauptung, Koexistenz sei möglich, ist bei unseren kleinteiligen Agrarstrukturen nichts anderes Als ein Sich-in-die-Tasche-lügen .Die verantwortlichen Politiker und Behörden nehmen damit zumindest fahrlässig die Vernichtung von Existenzen von konventionell wirtschaftenden Landwirten und Biolandwirten in Kauf. Kein einziges Versprechen der Gentechniklobby ist bisher erfüllt worden! Erfahrungen aus den USA und Kanada zeigen, dass der Einsatz dieser Risikotechnologie sowohl zu einem höherem Einsatz von Spritzmitteln als auch zu einem erhöhten Risiko für Mensch und Umwelt führt.

MON 810-6 ist eine veraltete transgene Sorte, deren Zulassung bereits vor über einem Jahr abgelaufen ist. Die europäische Kommission hat bis heute nicht über eine Wiederzulassung entschieden. Trotzdem wird munter weitergemacht, kritische Studien ignoriert und Steuergelder zum Fenster hinausgeworfen. Selbst Minister Hauk und der badische Bauernverbandspräsident warnen die Bauern vor dem Einsatz dieser Technik. Trotzdem sollen die Freilandversuche aber weitergehen und mit aller Staatsgewalt durchgesetzt werden.

Kürzlich erbat sich sogar Ministerin Aigner von uns Gegnern eine Zusammenfassung der kritischen Studien zum Monsanto-Genmais! Das bestätigt unseren Verdacht, dass in den verantwortlichen Behörden niemand auf dem aktuellen wissenschaftlichen Stand ist.

Da muss doch die Frage erlaubt sein, wer stoppt endlich diese beamteten Schnarcher und verantwortlichen Minister, denen unsere Umwelt offensichtlich völlig egal ist. BürGen Land wird mit machtvollen Demonstrationen antworten.

Wir von BürGenLand fordern:

  • Ein Verbot von MON 810-6, weil dessen Risiken unabsehbar sind!
  • Schluss mit den Freilandversuchen in Rheinfelden und in Ladenburg!
  • Eine auch gesetzlich abgesicherte Einrichtung von gentechnikfreien Zonen!
  • Unsere Natur ist kein Gentechniklabor für Saatgutmultis!

Für die Bürgerinitiative BürGenLand, Alexander Spangenberg (Sprecher)

 

Weinheimer Nachrichten, Donnerstag 21. August 2008

Wachleute attackieren Kundgebungsteilnehmer

Genmais: 300 Bürger demonstrieren an Ladenburger Feldern / Grünen-Bundespolitiker Fritz Kuhn fordert ein Ende der Versuche

Am Sonntag: Wachleute attackieren friedliche Genversuchsgegner in Ladenburg. Zu einem Zwischenfall ist es am Sonntag bei der vierten Kundgebung der Initiative "BürGenLand" (Bürger für eine gentechnikfreie Landwirtschaft in der Kurpfalz) gekommen. Rund 300 Genmais-Gegner aus der ganzen Umgebung demonstrierten friedlich gegen das Versuchsf eld in Ladenburg-Neubotzheim. Als die Demonstranten die Anbaufläche von einem Feldweg aus in Augenschein nehmen wollten, stellten sich ihnen zwei Wachleute in den Weg.

Einer der beiden Männer trug einen metallenen Schlagstock, der andere einen Spatenstiel. Beide legten sofort ein ziemlich aggressives Gebahren an den Tag. Der Grünen-Landtagsabgeordnete Uli Sckerl wurde mit Schimpfworten belegt, als er das rüpelhafte Duo um Mäßigung und Verständnis für die Kundgebung bat. Zuvor hatte schon der Heddesheimer Andreas Kellner berichtet, dass ihn einer der Wachleute bedroht habe, weil dieser mit auf ein Foto Kellners geraten sei. Ein Wachmann versuchte auch einem Berichterstatter einer Heidelberger Zeitung die Kamera aus der Hand zu schlagen. Kurz darauf griff die Polizei ein.

"Ich wurde auch körperlich angegriffen", sagte BürGenland-Sprecher Alexander Spangenberg bei der Abschlusskundgebung in dem Weiler. "Das geht so nicht in einem Rechtsstaat", erklärte Fritz Kuhn, Vorsitzender der Grünen im Bundestag, der Hauptredner auf der Abschlusskundgebung war. Der prominente Poltiker forderte ein Ende der Freilandversuche mit Genmais.

Steuermittel für Bewachung

Auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion hat das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Einzelheiten zur Bezahlung des Wachdienstes genannt, der aus Steuermitteln finanziert wird. Nach einer Hochrechnung der Grünen kostet der fünfmonatige Einsatz rund 115000 Euro.

pj

Viele Risiken – kein Nutzen!

Die Gentech-Industrie und einschlägige Politiker werden nicht müde, die Vorteile der Agro-Gentechnik anzupreisen: Steigerung der Erträge, weniger Chemie auf dem Acker, Bekämpfung des Hungers in der Dritten Welt, Schaffung von Arbeitsplätzen. Doch all diese vollmundigen Versprechen haben sich bisher nicht erfüllt. Eher scheinen sie sich ins Gegenteil zu verkehren:

Die meisten Untersuchungen kommen zu dem Ergebnis, dass der Verbrauch von Pflanzenschutzmitteln in Gentech-Kulturen mittelfristig drastisch steigt. Dies betrifft vor allem den Anbau von Sojabohnen, aber auch Maiskulturen. Der Hunger der Welt ist ein Resultat der ungleichen Verteilung von Reichtum. In den Favelas Brasiliens wird gestorben während in direkter Nachbarschaft auf rieseigen Feldern Gensoja als Futtermittel angebaut wird. Wichtig ist eine kleinbäuerliche Landwirtschaft, abgestimmt auf die regionalen Bedürfnisse.

Der steigende Gifteinsatz auf dem Acker birgt Gefahren für die Umwelt, und die gesundheitlichen Auswirkungen gentechnisch veränderter Lebensmittel sind nicht geklärt.

Gentechnisch veränderte Pflanzen sind für eine Landwirtschaft gemacht, deren Vorbild die industrielle Produktion ist. Große Flächen, die sich über viele km² erstrecken und auf denen Jahr um Jahr dieselbe Feldfrucht angebaut wird. Solche Monokulturen führen per se zu einem Verlust der Artenvielfalt. Außerdem sind sie anfälliger für Schädlingsbefall und Krankheiten, wodurch sich der Pestizideinsatz erhöht.

Über 80 Prozent aller Gentech-Pflanzen sind herbizidresistent. Herbizidresistente Pflanzen überstehen die Anwendung eines Totalherbizids, d.h. im Gegensatz zu allen anderen Pflanzen auf dem Acker sterben sie nicht ab, wenn sie mit Unkrautvernichtungsmitteln besprüht werden. Derzeit auf dem Markt: Soja, Mais, Baumwolle und Raps, die gegen Roundup von Monsanto und Liberty Link von Bayer resistent sind. Herbizidresistente Pflanzen bedrohen die Artenvielfalt und erhöhen den Gifteinsatz auf dem Acker

Insektenresistente Pflanzen bilden während der gesamten Vegetationsperiode in jeder ihrer Zellen das Gift des Bodenbakteriums Bacillus thuringiensis. Die sogenannten Bt-Pflanzen töten Insekten, die von ihnen fressen. Insektenresistente Pflanzen erhöhen die Giftkonzentration auf dem Acker und schädigen Nutzinsekten. Die einzige Gentech-Pflanze, die in der EU kommerziell angebaut wird, ist ein insektenresistenter Mais MO 810 der Firma Monsanto. Dieser Mais wird auch in Neubotzheim und zwar als Wertprüfung angepflanzt. Er ist von konventionellem Mais äußerlich nicht zu unterscheiden und produziert permanent in allen grünen Pflanzenteilen ein Gift, zudem in Pollen, Samen und Wurzeln. Es zersetzt die Darmwand des Maiszünslers. Der Maiszünsler ist ein Schmetterling, der als Hauptschädling im Mais auftritt. Er wirkt aber nicht nur auf diesen. Auch sogenannte Nicht-Zielorganismen sind den Bt-Toxinen dauerhaft in sehr hoher Konzentration ausgesetzt. Heimische Schmetterlinge wie Schwalbenschwanz, Tagpfauenauge, Kleiner Fuchs, Kohlmotte und Kleiner Kohlweißling werden durch Pollen von Bt-Mais in ihrer Entwicklung beeinträchtigt oder gar getötet. Ebenfalls geschädigt: Parasitisch und räuberisch lebende Insekten und Spinnen, deren Beutetiere auf Bt-Mais leben, das Toxin aufgenommen und über die Nahrungskette weitergegeben haben.

Ohne dass in ganz Süddeutschland und auch in der Kurpfalz ein Bauer gefunden worden wäre, der an diesem Saatgut Interesse hätte, hält die Landesregierung an diesen Versuchen fest. Wertprüfungen, ohne dass es einen einzigen Landwirt interessieren würde. Die beiden letzten Ackerflächen mit GVO-Mais in ganz Baden-Württemberg gibt es nur, weil das Land diese Anpflanzungen veranlasst hat oder die Versuche unterstützt.

In der EU haben Österreich, Ungarn, Griechenland, Polen und Frankreich ein Anbauverbot für den Mon 810 Mais verhängt. Rumänien will sich ihnen anschließen. Wir fordern Landwirtschaftsminister Hauk auf, endlich von seinem sturen vorsintflutlichen Fortschrittsglauben zu lassen und auch in der Kurpfalz den landeseigenen Anbau von MON 810 einzustellen.

Gegen den Genmais-Anbau der Landesregierung in Neubotzheim protestieren wir wieder direkt vor Ort. Treffpunkt ist der südliche Ortseingang von Ladenburg-Neubotzheim am Sonntag den 07. September um 15.15 Uhr.

Die von Landwirtschaftsminister Hauk propagierte Koexistenz erweist sich wieder als Schimäre

Vor einigen Monaten war es der Reis. In unseren Geschäften tauchte Reis auf, der in erheblichem Umfang Anteile von gentechnisch veränderten Organismen aufwies. Im Reis befanden sich Spuren einer gentechnisch veränderten Reissorte, die in diesen Konzentrationen in dem Produkt nicht hätten vorhanden sein dürfen. Der Reis wurde in einer aufwendigen Rückrufaktion wieder aus der Regalen genommen. Getoppt wurde das ganze noch dadurch, dass die Verunreinigung durch eine Pflanze erfolgt, die weltweit nicht zum kommerziellen Anbau zugelassen war, sondern nur in einigen Freilandversuchen angebaut wurde.

Der nicht zugelassene Gen-Reis geriet in den USA außer Kontrolle. Obwohl er dort nur für zwei Jahre bis 2001 zu Versuchszwecken angebaut wurde, taucht er im Jahr 2006, fünf Jahre später, aus noch ungeklärten Gründen in der US-amerikanischen Reisernte auf. Die daraufhin von der Europäischen Union vorgenommenen Untersuchungen ergaben ein erschreckendes Ergebnis: Bei Untersuchungen der Industrie von US-Langkornreis enthielten 33 von 162 genommenen Proben illegalen Gen-Reis. Dabei handelte es sich immer um den so genannten LLRice 601 der Bayer AG.

Immer wieder tauchen nicht zulässige „Verunreinigungen“ von Lebensmitteln und Saatgut auf.

Jetzt ist es der Mais, wie Greenpeace durch Anfragen bei den zuständigen Länderbehörden erfuhr. Und ans Tageslicht brachte. Betroffen von den verunreinigten Proben waren Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg. In der EU besteht ein so genanntes Reinheitsgebot für Saatgut, wonach herkömmliche Sorten nicht mit Gen-Pflanzen vermischt werden dürfen.

Von 438 in Deutschland untersuchten Mais-Proben waren neun mit genmanipulierten Organismen verunreinigt, vier davon mit illegalem Gen-Mais. Bei den illegalen Maissorten handelt es sich um die insekten- und herbizidresistenten Gen-Mais-Produkte Bt11 und Herculex (DAS-59122-7). Diese werden von den Agrarkonzernen Syngenta und Pioneer hergestellt. Bei den anderen fünf der neun Maisproben konnte der in der EU zum Anbau zugelassene Gen-Mais MON810 von Monsanto nachgewiesen werden.

Kauft ein Landwirt Mais-Saatgut kann er also nicht ausschließen, dass in seinem Feld ungewollt viele gentechnisch veränderte Maispflanzen wachsen. Eine Verunreinigung von 0,5% bedeutet beispielsweise: jede zweihundertsten Pflanze ist eine GVO-Pflanze. Selbst geringe Verunreinigungen mit Gen-Mais führen zu einer schleichenden und unkontrollierten Ausbreitung auf Feldern und in Futter- und in Lebensmitteln.

Die Vorstellung, dass vom Anbau, über die Ernte bis hin zur weiteren Verarbeitung gentechnisch manipulierte Pflanzen strikt von den übrigen Pflanzen getrennt gehalten werden könnten, erweist sich mal wieder als Schimäre. Eine Koexistenz kann niemals funktionieren. Die Bayer AG hat übrigens in einer Erwiderung auf eine Sammelklage von hunderten betroffenen US-Reisbauern höhere Gewalt geltend gemacht. Angeblich seien sorglose Landwirte selbst Schuld an der Misere.

Dies muss ein Alarmzeichen sein! Wird gentechnisch manipuliertes Saatgut ausgesät, setzt Schritt für Schritt eine Verseuchung von konventionellem Saatgut und damit Futter- und Lebensmittel ein. Eine Abschottung und Eindämmung ist nicht möglich, wie auch jetzt wieder am Mais gezeigt.

In unserer Nachbarschaft in Ladenburg-Neubotzheim befindet sich ein Feld, auf dem im Auftrag des Landes Baden-Württemberg genmanipuliertes Mais-Saatgut ausgebracht wird. Es handelt sich dabei um Versuche ohne Sinn und Zweck. Es wird mit hohem Risiko GVO-Mais ausgesät, nur um eine Wertprüfung durchzuführen, d.h. die Landwirte zu informieren, mit welchen Erträgen sie bei einem derartigen Saatgut zu rechnen hätten. Es gibt seit Jahren keinen Landwirt in der Kurpfalz, der an diesem bereits zugelassenen Saatgut Interesse hätte. Die ersten Ergebnisse waren auch mehr als niederschmetternd. Trotzdem hält das Land an diesen Versuchen fest – eine reine Machtdemonstration auf Kosten der Umwelt und der Verbraucher.

Hiergegen protestieren wir wieder direkt vor Ort. Treffpunkt ist der südliche Ortseingang von Ladenburg-Neubotzheim am Sonntag dem 7. September um 15.15 Uhr.

 

Weinheimer Nachrichten, Donnerstag 21. August 2008

Wildwest-Zustände toleriert

Maisfeld: Auseinandersetzung um Bewachung des Genmaisfeldes geht weiter

Ladenburg. Vor einigen Wochen war bekannt geworden, dass das 2000 Quadratmeter große Feld im Ladenburger Weiler Neubotzheim, auf dem im dritten Jahr hintereinander Sortenversuche mit dem Genmais MON-810 stattfinden, von einem dubiosen privaten Sicherheitsdienst bewacht wird. Augenzeugen hatten berichtet, dass das russisch sprechende Sicherheitspersonal mit Teleskopstangen und nach deren eigenen Angaben sogar mit Schusswaffen bewaffnet und gewillt sei, diese einzusetzen.

Landtagsabgeordneter Uli Sckerl brachte daraufhin einen Antrag in den Landtag ein, der Aufklärung über diesen nicht zumutbaren Zustand fordert. Sckerl stellte zudem klar, dass die diesjährigen Sonntagsdemonstrationen gegen die Genmaisversuche absolut friedlich und gewaltfrei verlaufen sind. "Diese Aktionen haben den Einsatz bewaffneter Sicherheitsleute bestimmt nicht provoziert", so der Landtagsabgeordnete der Grünen.Nun liegt die Antwort der Landesregierung vor. "Die Landesregierung toleriert die Wildwest-Zustände in Neubotzheim ausdrücklich und hüllt sich ansonsten in Nichtwissen. Auftraggeber sei das Bundessortenamt beziehungsweise ein privater Anbauer. Die zuständigen Landesbehörden wollen damit nichts zu tun haben. "Die Hinweise auf die Bewaffnung des Sicherheitsdienstes waren und sind für die Landesregierung offenbar kein Anlass einzuschreiten", kritisiert Uli Sckerl. Er wies daraufhin, dass derartige Sicherheitsdienste überhaupt keine Schusswaffen tragen dürften und auch keinerlei polizeiliche Befugnisse haben.

Die klaren Hinweise auf gesetzwidriges Verhalten interessieren Stuttgart, aber auch die Bundesbehörde, offenbar nicht. Das könne man nur mit einem ungläubigen Kopfschütteln kommentieren.Die Antwort der Landesregierung enthält für Uli Sckerl zudem den Hinweis, dass die Genmaisversuche in Ladenburg auch 2009 weitergehen sollen.

Es sei in der Regierungsantwort von Versuchen im ersten Wertprüfungsjahr und im zweiten Jahr die Rede. Damit könne man davon ausgehen, dass die Versuchsreihen, die sich jetzt im ersten Jahr befinden, fortgesetzt werden sollen.

 

Maisstengelkürzer im Genmaisfeld in Neubotzheim

indymedia Mittwoch 6. August 2008

 Nachdem Anfang Juli das Genfeld in Rheinstetten teilweise zerstört wurde, hat auch das letzte der beiden Felder mit Genmais der Sorte MON-810-6 in Baden Württemberg Schäden davongetragen.

Das in Ladenburg liegende Feld wurde in der Nacht vom 4. auf den 5. August von dem zur Zeit aktiven Maisstengelkürzer heimgesucht. Der Maisstengelkürzer verfügt offenbar über ein geografisches Gedächtnis: Bereits vor zwei Jahren wurde auf einem Flurstück in Ladenburg ein Genfeld komplett unschädlich gemacht. Der betroffene Landwirt verlegte das Versuchsfeld daraufhin direkt an seinen Hof. Außerdem ließ er es von drei kräftig gebauten und offenbar mit Teleskopschlagstöcken bewaffneten russischen Männern bewachen, die an dem anderen Ende des Feldes Tag und Nacht in einem Wohnwagen leben und bei Dunkelheit regelmäßig mit einem Scheinwerfer das Feld absuchen. Trotz dieser Vorsichtsmaßnahmen gelang es dem Maisstengelkürzer das Feld zu befallen und ca. 200qm des für 2000qm angemeldeten Feldes unschädlich zu machen. Überraschend war auch, dass der Genmais mit ungefähr 1,50m Höhe viel kleiner war als die Maissorte, die als Barriere zwischen und um den Genmais wächst und dass er noch nicht geblüht hat.

So konnte auch in diesem Jahr eine unkontrollierte Auskreuzung von Genmais in Baden Württemberg dank des Maisstengelkürzers teilweise verhindert werden. Ich bin mir sicher, dass er auch im nächsten Jahr voller Tatendrang aus seinem Winterschlaf erwachen wird.

 

Weinheimer Nachrichten, Mittwoch 9. Juli 2008

Russen bewachen die Anlage / Genmaisversuch

Ladenburg. "Das ist ein Hammer und dürfte einzigartig in der Geschichte der Genmaisversuche in Baden-Württemberg sein". Das sagte jetzt der Landtagsabgeordnete Uli Sckerl zur aufgedeckten Bewachung des Genmaisfeldes im Ladenburger Weiler Neubotzheim.

Am Rande der dritten Protestaktion des Bürgerbündnisses "BürGenLand" am Sonntag mit über 150 Teilnehmern wurde bekannt, dass die Betreiber Wachpersonal aus Russland am Feld einsetzen sollen. Teilnehmer der Protestaktion überprüften das und trafen tatsächlich Mitglieder des Wachpersonals in einem Wohnwagen am Rande des Versuchsfeldes an. Die Wachmänner hätten dabei angegeben, dass sie bewaffnet und rund um die Uhr im Einsatz seien. Am Sonntag sei einer der Wachmänner mit einer Teleskopstange ausgestattet gewesen, die bei Überfällen Verwendung finden. Sie hätten auch deutlich gemacht, dass sie sich vor einem Einsatz der Stangen nicht scheuen würden. "Da muss einem angst und bange sein, wenn man auf einem der Feldwege unterwegs ist und am Versuchsfeld vorbei kommt", sagte der Abgeordnete. Das Ganze mache den Eindruck eines miserablen Wildwest-Films, habe aber einen sehr ersten Hintergrund. Er forderte mit einem in den Landtag eingebrachten Antrag umfassende Aufklärung.

zg

 

Weinheimer Nachrichten, Dienstag 3. Juni 2008

Kritiker lassen nicht locker / Genversuche

Ladenburg/Region. Die Initiative "Bürger für eine gentechnikfreie Landwirtschaft in der Kurpfalz"(BürGenLand) hat am Sonntag ihre zweite Protestaktion gegen Freilandversuche mit gentechnisch verändertem Mais durchgeführt. Dieser so genannte "Sonntagspaziergang" fand bei erneut sehr guter Beteiligung direkt an einem der zwei verbliebenen Versuchsfelder in Baden-Württemberg im Ladenburger Ortsteil Neubotzheim statt. Vor den Sommerferien will "BürGenLand" noch eine weitere Großaktion in Ladenburg durchführen, um ein vorzeitiges Ende des Versuchsanbaus zu erreichen.

In den Redebeiträgen der "BürGenLand"-Sprecher Florian Knappe und Alexander Spangenberg wurden die ungeklärten Gefahren der Freilandversuche nochmals deutlich. Grünen-MdL Uli Sckerl forderte die Bewahrung einer naturverträglichen Landwirtschaft.Alexander Spangenberg zeigte anhand neuer Studien auf, dass die Folgen der Freilandversuche nicht erforscht seien, eine Kontrolle darüber bestehe nicht.

Scharfe Kritik übten die beiden "BürGenLand"-Sprecher am baden-württembergischen Landwirtschaftsminister Hauk. Er halte starrköpfig an den Freilandversuchen fest, während seine Kollegen in anderen Bundesländern immer mehr auf Distanz zu den GVO-Versuchen gingen.Florian Knappe sprach von einer "unheilvollen Allianz" zwischen Saatgutkonzernen und staatlichen Kontrollbehörden. Eine Untersuchung im Bundestag habe gerade ergeben, dass den staatlichen Behörden und ihren Mitarbeitern inzwischen die nötige Distanz zu den Saatgutherstellern verloren gegangen sei. Das sei ein sehr ernstes Problem, weil so eine objektive Beurteilung der Freilandversuche nicht mehr möglich sei.

"Man muss sich nicht wundern, dass solche Versuche wie in Ladenburg ins Blaue hinein erlaubt werden", kritisierte er. Landtagsabgeordneter Uli Sckerl von den Grünen rief dazu auf, ein breites Bürgerbündnis für die Bewahrung einer umweltverträglichen Landwirtschaft zu schaffen. "Unsere Gesellschaft ist an einem Wendepunkt, wo sie entscheiden muss, was ihr wichtiger ist: Im Einklang mit der Natur zu produzieren oder die hemmungslose Profitgier von Konzernen wie Monsanto oder Bayer zu dulden", sagte er.Der Grünen-Politiker bezeichnete das derzeitige Bienensterben am Oberrhein als Ergebnis einer zerstörerischen Agroindustrie, die auch die Genmaisversuche vorantreibe. Am Oberrhein sei es ein Pestizid, an anderer Stelle sei es Genmais - das Ergebnis sei dasselbe: Pflanzen würden vermeintlich vor Schädlingen geschützt, die Tierwelt drum herum werde getötet. "Ein Weiterso wie bisher ist die falsche Antwort auf die Ernährungssicherung in der Zukunft", sagte der Landespolitiker zum Schluss.

zg

 

Mannheimer Morgen, Mittwoch 7. Mai 2008

Ladenburg: „BuerGenLand“ (Büger für eine gentechnikfreie Landwirtschaft) rief zu Aktion in Neubotzheim auf

Demo für Maisanbau ohne Gentechnik

In Ladenburg wird in diesem Jahr bereits zum dritten Mal Genmais der Sorte Monsanto MON 810-6 angebaut. Die Aktion „BuerGenLand“ (Bürger für eine gentechnikfreie Landwirtschaft) rief zum Protest gegen den Anbau gentechnisch veränderten Maises – und rund 100 Bürger kamen nach Neubotzheim, um friedlich zu demonstrieren.

Florian Knappe (BUND Dossenheim) sagte, dass MON 10-6 gegen den Maiszünsler, einen als Maisschädling bekannten Schmetterling, resistent sei. In der Rhein-Neckar-Region stelle dieses Insekt aber gar kein großes Problem dar.

Gentechnisch veränderter Mais sei zwar gegen die Raupe, nicht aber gegen den ausgewachsenen Schmetterling resistent. Außerdem könne schon ein tieferes Umpflügen des Maisfeldes zu seiner Bekämpfung beitragen. Saatgut für MON 810-6 finde in der Landwirtschaft keinen Zuspruch und es sei bisher auch nicht verkauft worden. Lediglich Baden-Württembergs Landwirtschaftsminister Peter Hauk wolle eine Wertprüfung, um den Nutzen zu dokumentieren. Einen Mehrnutzen für die Landwirtschaft gebe es, so Knappe, nicht.

Alexander Spangenberg (BUND Ladenburg) sprach darüber, wie Baden- Württemberg zum Monsanto-Maisanbau kam. Die Bundesregierung und Brüssel hätten sich, gegen den Willen der Mehrheit der Umweltminister, dem Druck gebeugt, MON 810-6 zuzulassen, da die USA ansonsten wegen massiver Behinderng der Weltwirtschaft mit massiven Steuern und Zöllen auf Stahl und Automobile gedroht hatten.

Außerdem, so Spangenberg, gehe es um ein „Versteck- und Machtspiel“. Monsanto, in den 60er Jahren schon in den Schlagzeilen wegen der Beteiligung an der Produktion des Entlaubungsmittels Agent Orange und der damit verbundenen irreversiblen Schädigung von Teilen der Bevölkerung in Vietnam, gehe mit gefälschten Zahlen an die Öffentlichkeit, erklärte der BUND-Sprecher. MON, so behaupte Monsanto, sei völlig harmlos.

Auch Spangenberg ließ kein gutes Haar an Minister Hauk. Während in verschiedenen Bundesländern der Anbau von Genmais bereits untersagt sei, bleibe Hauk bei der Forderung nach einer Wertprüfung. Spangenberg forderte, mit Gentechnik-Versuchen umgehend Schluss zu machen, sieht er doch beim Genmais, der lediglich als Futtermais verwendet werden könne, nur die Spitze eines Eisberges: „Pläne für Versuche mit Gemüse, Kartoffeln und Getreide liegen schon bereit.“

MdL Uli Sckerl (Bündnis 90/Die Grünen) wies darauf hin, dass im Landtag „immer wieder harte Auseinandersetzungen geführt werden, obwohl in den letzten 15 Jahren die Ablehnungsquote seitens der Bevölkerung zwischen 75 und 95 Prozent liegen.“ Die vom Gesetzgeber als Schutzmaßnahme für benachbarte Felder vorgesehene Schneise von 300 Metern Breite, so Sckerl, sei wohl nur als Versuch zu werten, um die Gegner der Gentechnik zu beruhigen.

Aber weder Wind noch Bienen halten sich an diese Grenze“, sagte der Abgeordnete. Auch er forderte die sofortige Beendigung der Gentechnikversuche. Eine entsprechende Forderung in Nürtingen habe zur friedlichen Besetzung eines Genbaufeldes geführt. Die daraus resultierenden Schlagzeilen hätten zu Diskussionen in Hochschulgremien an der FH Nürtingen-Geislingen geführt mit dem Ergebnis, dass Genversuche in der Region gestrichen worden seien.

dithu

 

Pressemitteilung von BürGenLand zum neuen Gentechnikgesetz

Es hätte schlimmer kommen können

Am Freitag hat der Bundestag ein neues Gentechnikgesetz verabschiedet. Landwirte, die weiterhin gentechnikfrei wirtschaften wollen, werden es nun noch schwerer haben. Die Koexistenz ist nicht wirklich zufrieden stellend gelöst. Problematisch sind die zu geringen Sicherheitsabstände, die Möglichkeiten privater Absprachen, die mögliche Verarbeitung verunreinigter Produkte statt deren Vernichtung und das vereinfachte Genehmigungsverfahren. Es wurde die Chance vertan, die gentechnikfreie Landwirtschaft dauerhaft zu sichern.

Das Bündnis BürGenLand Bürger für eine gentechnikfreie Landwirtschaft in der Kurpfalz sieht die zukünftig mögliche Kennzeichnung tierischer Produkte mit dem Label „Ohne Gentechnik“ als Chance. Jetzt sind die Landwirte und Verbraucher am Zuge. Diese Kennzeichnung lässt Verbraucher auch bei konventionell erzeugten Milch- und Fleischprodukten sowie bei Eiern klar erkennen, dass sie von Tieren stammen, die mit gentechnikfreien Futterpflanzen gefüttert wurden.

Der größte Teil der Verbraucher lehnt gentechnisch veränderte Lebensmittel und den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen ab. Wollten sie nicht auf anerkannte Bio-Lebensmittel zurück greifen, hatten die Konsumenten bislang keine Möglichkeit, dieser Ablehnung auch mit ihrem Kaufverhalten Ausdruck zu verleihen. Aufgrund der bisherigen Kennzeichnungslücke entwickelte sich in den letzten Jahren der Einsatz von gentechnisch veränderten Futtermittelpflanzen als Haupteinfallstor für die Agro-Gentechnik-Konzerne. Fast alle gentechnisch veränderten landwirtschaftlichen Produkte werden als Viehfutter eingesetzt.

Mit ihrer Kaufentscheidung können Verbraucher ab sofort aktiv beeinflussen, ob gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut werden oder nicht. Mit jedem gekauften Produkt, das die „Ohne Gentechnik“-Kennzeichnung trägt, drängen sie den Anbau ein wenig zurück. Mit diesem Label dürfen Futtermittel aber auch die landwirtschaftliche Produkte selbst keinerlei gentechnisch veränderte Organismen enthalten, auch nicht bis zum EU-Schwellenwert von 0,9%. Zudem dürfen keinerlei Hilfsmittel wie bspw. Labfermente bei Käse eingesetzt werden, wenn sich diese wie bspw. gentechnisch erzeugtes Chymosin noch im Endprodukt finden lassen. Erlaubt sind Enzyme und Arzneimittel, die in geschlossen Systemen im Labor hergestellt wurden.

Das Bündnis BürGenLand, dem auch die Städte Ladenburg, Ilvesheim und Walldorf angehören, wird in den nächsten Monaten verstärkt das Gespräch mit den Landwirten aus der Region suchen. Im Interesse der Verbraucher aber auch der Landwirte, die auch weiterhin im Einklang mit der Natur produzieren wollen und sich der großflächigen industriellen Anbau verschließen wollen, möchten wir möglichst schnell und umfassend dem Label Verbreitung sichern. Erste Gespräche in diese Richtung laufen bereits, bspw. auch mit einer regionalen Molkerei. Das Beispiel Österreich zeigt, wie groß das Interesse an seriös ausgezeichneten gentechnikfrei erzeugten Lebensmitteln ist. 80 Prozent der erzeugten Milch in Österreich ist bereits als gentechnikfrei deklariert.

Leider ist auch dieses Jahr wieder in Ladenburg-Neubotzheim auf zwei Flächen der Anbau gentechnisch veränderten Mais der Sorte MON 810-6 geplant. Während viele Länder der EU den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen nicht erlauben und selbst das sonst so forschrittsgläubige Frankreich den Anbau dieser Maissorte wegen ökologischer und gesundheitlicher für dieses Jahr verboten hat, erliegt die deutsche Bundesregierung weiterhin dem Druck der multinationalen Saatgutkonzerne wie insbesondere Monsanto.

  • Warum setzen unsere Politiker entgegen dem Vorsorgeprinzip (§1 Gentechnikgesetz) unsere Bevölkerung diesem Risiko aus?

  • Muss erst etwas „passieren“, bis die verantwortlichen Politiker kapieren, dass sie eine Politik gegen die Mehrheit der Bevölkerung machen und deren schutzwürdige Interessen vernachlässigen?

  • BürGenland fordert einen sofortigen Anbau- und Vermarktungsstop von MON 810-6, auch in Ladenburg, wo jetzt bereits im dritten Jahr diese Versuche stattfinden sollen.


Das Bündnis BürGenLand wird sich auch dieses Jahr wieder mit zahlreichen Aktionen und Veranstaltungen darum bemühen, die Kurpfalz über diese kleinen Versuchsflächen hinaus gentechnikfrei zu halten. Das Bündnis trifft sich das nächste Mal am Montag den 04. Februar um 20 Uhr in der Gaststätte zur Pfalz in Schriesheim. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

Auch 2008 soll in Ladenburg Genmais angebaut werden

Pressemitteilung von Uli Sckerl, MdL, 20.1.2008

Uli Sckerl: "Weiterer Anbau bringt nur neue Gefährdungen"

Seit ein paar Tagen stehen die Anmeldungen im sog. Standortregister: Auch 2008 soll der Anbau von gentechnisch verändertem Mais in Ladenburg weitergehen. Dies teilte der Grünen-Landtagsabgeordnete Uli Sckerl mit. Auf den Flurstücken 11483 und 9191 ("Alter Hof")  in der Römerstadt soll danach auf einer Gesamtfläche von 2.000 qm erneut Genmais der Fa. Monsanto von der Sorte MON-810-6 ausgesät werden. Die Versuche nehmen damit von Jahr zu Jahr an Fläche zu: 2006 waren es 773 qm., 2007 1.550 qm. Sckerl forderte für die Grünen im baden-württembergischen Landtag Landwirtschaftsminister Hauk auf, dem Beispiel Frankreichs zu folgen und beim Bund das Anbauverbot zu erwirken. Das Nachbarland habe gerade den Anbau von Monsanto-Mais wegen schwerwiegender Bedenken untersagt. Hierzulande sollen die Versuche ungehemmt weitergehen, da das Unternehmen entsprechende Überwachungspläne beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit vorgelegt habe. "Diese lächerlichen Pläne sind völlig unzureichend, da die Landwirte, die Gen-Mais anbauen, von Monsanto überwiegend nach ackerbaulichen Aspekten wie dem Wachstum der Pflanzen befragt werden, nicht aber nach Risiken", sagte Sckerl. Auswirkungen auf die Umwelt könnten so nicht erfasst werden. Die Grünen werden weiterhin Widerstand gegen den GVO-Anbau leisten und die Aufklärung der Öffentlichkeit über die Risiken verstärken. "Baden-Württemberg sollte mit gutem Beispiel vorangehen und in diesem Jahr den Genmais Mon 810 nicht ausbringen", so Sckerl. Die Grünen fordern das Ende des Genmaisanbaus auch in Ladenburg, denn nach mehreren Jahren Erprobungsanbau könne es keine neuen Erkenntnisse mehr geben, sondern nur neue Gefahren für die regionale Landwirtschaft. "Die jüngsten Erfahrungsberichte belegen erneut, dass ein Nebeneinander von Biobauern, konventionellen Bauern und Bauern, die Gentechnik anbauen, unmöglich ist", so Sckerl weiter.

Hinweis: Das Standortregister kann unter dieser Internetadresse eingesehen werden: http://194.95.226.237/stareg_web/showflaechen.do